Zum Abschluss des letzten Schulblocks ihrer Ausbildung erhielt die Klasse BN17 Informationen über die Deutsche Bundesbank aus erster Hand: Referent Dirk Gerlach arbeitet am Standort der Deutschen Bundesbank in Hannover im Stabsbereich des Präsidenten der Hauptverwaltung.
Mit einem Einführungsreferat informierte er über wesentliche Themen der Geldpolitik, beispielsweise über Funktionen der Zentralbanken und deren Ziele, zu beachtende Problemstellungen, sowie Handlungsmöglichkeiten, derer sich Zentralbanken zur Wahrung von Preisstabilität bedienen können. Ergänzend gab Gerlach Einblicke in die verschiedenen Grundlagen der geldpolitischen Strategieentwicklung für Nachvollziehbarkeit und Vereinfachung von Entscheidungsprozessen: Welche Schritte sind notwendig, um zum Beispiel einem lang andauernden Wirtschaftsabschwung entgegen zu wirken? Welche Mittel stehen hierfür zur Verfügung? Mit welchen Konsequenzen muss im Anschluss gerechnet werden? Auch über Faktoren, die es für eine Zentralbank darüber hinaus zu beachten gilt, klärte Gerlach auf: Wie steht es um den Bargeldumlauf und die derzeitig vorhandene Geldmenge? Welche Prognosen erwarten wir für die wirtschaftliche Zukunft – weltweit und im eigenen Land? Gibt es politische Entscheidungen und Konflikte, die es zu berücksichtigen gilt? Welche Daten und Indizes eignen sich überhaupt für die Beurteilung der Finanz- und Wirtschaftslage?
Von der Theorie zur Umsetzung
Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigte sich die BN17 anschließend im Rahmen einer simulierten Zentralbanksitzung. Getreu dem Motto „Eurosystem – Zinspolitik ‚selbst gemacht“ schlüpften die Auszubildenden in die Rollen der Mitglieder des Zentralbankrates.
Anhand diverser Datenlagen und unterschiedlicher Wirtschaftsszenarien wurde in den einzelnen Gremien diskutiert, welche Maßnahmen zur Leitzinsfindung geeignet sind. Wann sollte der Leitzins konstant bleiben, erhöht oder gesenkt werden? Risiken und mögliche Spätfolgen abzuwägen, war komplexer als erwartet, denn dies erfordert einen weitreichenden Überblick über Geschehnisse und Entwicklungen auf der Welt und im eigenen Währungsgebiet, sowie deren voraussichtliche Auswirkungen.
Entscheidungen in der Öffentlichkeit vertreten
In der anschließend simulierten Pressekonferenz wurden rhetorisches Können und Überzeugungskraft der gewählten Zentralbankvorsitzenden und ihrer Stellvertreter auf die Probe gestellt. Journalisten der Fachzeitschriften mit scharfem Verstand und die Vertreter der Klatschpresse mit scharfer Zunge setzten die Vorsitzenden mit spitzen Fragen ordentlich unter Druck.
Nachfolgend einige Impressionen der Pressekonferenzen:
Diskussion zum aktuellen Tagesgeschehen
In einer abschließenden Diskussionsrunde beleuchtete Gerlach die aktuelle Niedrigzinspolitik und deren Auswirkungen auf Unternehmen, Finanzdienstleister und Versicherungsgesellschaften sowie Konsequenzen für „den kleine Mann“.
Dank an den Referenten und den Organisator
Die Auszubildenden danken Gerlach für die spannende mit Fachkompetenz und Humor geschaffene Verknüpfung von Theorie und Praxis innerhalb des Workshops und ihrem Volkswirtschaftslehrer Roland Preibisch für die Organisation.
Dorothée Picht